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Logopädische Verordnungen: Informationen für Ärzte

Im Sinne unserer Patienten wünschen wir uns ein gutes Miteinander mit den Ärzten, die logopädische Verordnungen ausstellen und auch unsere Patienten versorgen. Neben individuellem fachlichen Austausch wollen wir im Folgenden einige häufige Fragen zu den Verordnungen ganz allgemein beantworten.

Wer verordnet?

Logopädische Therapien können Kinderärzte, Hals,-Nasen-,Ohrenärzte, Kieferorthopäden, Allgemeinmediziner, Kinder- und Jugendpsychiater, Neurologen oder Zahnärzte verordnen.

Welches Muster wird verwendet?

In der Regel wird das Muster 14 verwendet. Zahnärzte und Kieferorthopäden verordnen auf dem Muster 16. Seit 01.01.2017 gibt es neue Muster mit der Möglichkeit zur Eintragung von zwei ICD-10-Codes.

Zudem wurde zur Sicherstellung von formgerechten Verordnungen eine zertifizierte Praxissoftware verpflichtend eingeführt.

Angegeben werden müssen neben den Daten des Patienten die Dauer, Frequenz und Anzahl der Therapien, außerdem der Indikationsschlüssel mit passenden ICD- 10-Code, Diagnose und Leitsymptom und bei Kindern ein gültiger Hörtest.

In der Regel werden 10 Therapien mit 30, 45 oder 60 Minuten verordnet.

Seit 01.07.2017 erwarten wir auch Heilmittelrichtlinien für die Verordnungen von Zahnärzten und Kieferorthopäden. Dies gibt allen Beteiligten Sicherheit und schließt nun auch die Lücke, dass es ein viscerales Schluckmuster als isoliertes Störungsbild durch uns therapiert werden kann.

Warum Heilmittelrichtlinien einhalten?

Wir empfehlen dringend, sich an die Vorgaben der Heilmittelrichtlinien zu halten.

Diese werden momentan überarbeitet, aber es gibt noch keine Neuigkeiten diesbezüglich.

Wenn sich der Arzt nicht an die Richtlinien hält, besteht die Gefahr, dass dieser für die entsprechende Verordnung sofort in Regress genommen werden kann.

Uns als Leistungsbringern werden bei nicht korrekter Verordnung die kompletten Leistungen der Verordnung gestrichen. 

Insbesondere die Höchstverordnungsmenge, die je nach Diagnose/Indikationsschlüssel variiert, sollte dabei eingehalten werden. Auch empfiehlt sich die Verwendung der ICD-10-Codes vor allem bei Praxisbesonderheiten.

Besteht eine Prüfpflicht?

Wir sind verpflichtet, die Verordnungen zu prüfen.

Daher werden wir bei fehlenden und nicht korrekten Angaben die Verordnungen zurück an den verordnenden Arzt schicken mit der Bitte um Änderung/Ergänzung und Bestätigung mittels Stempel und Unterschrift.

Selbstständig dürfen wir nach telefonischer Rücksprache nur die Therapiefrequenz und einen fehlenden Indikationsschlüssel eintragen (wenn der Rest korrekt ausgefüllt ist).

Wo finde ich die Heilmittelrichtlinien?

Der Heilmittelrichtkatalog kann online bestellt werden. Auch bei der Firma Buchner finden Sie schöne Übersichten bzw. Ausgaben.

Wie Regress vermeiden?

Halten sie sich stets an die Heilmittelrichtlinien. Vermeiden sie Formfehler beim Ausfüllen der Verordnungen.

Verwenden sie die ICD-10-Codes und berücksichtigen Praxisbesonderheiten und fallbezogene Besonderheiten, die nicht auf das Budget gehen.

Halten sie sich stets an die Höchstverordnungsmenge.

Lassen sie sich von ihren Therapeuten aussagekräftige Berichte mit Befundung, mit weiteren Therapiezielen und bereits Erreichtem aushändigen, um gegebenfalls gut argumentieren zu können.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website heilmittel-regress.de.

Was tun bei Regressandrohung?

Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren und die Details überprüfen lassen. Ein professioneller und spezialisierter Rechtsanwalt ist empfehlenswert und hilft ihnen dabei. Zudem empfiehlt sich sofort Wiederspruch einzulegen und eine Fristverlängerung beantragen.

Hierzu ist die Firma Buchner ein sehr guter Ansprechpartner. Als Mitglied von TIG der Region 10 habe ich einen Vortrag von Ralf Buchner zum Thema für Ärzte mitorganisiert, der sich reger Teilnahme erfreute und viele gute Tips und Ideen lieferte.